Anleitung für gepatchte Filztasche

   

 

Material: Gedifra Ombretta (ca. 50 % Wolle, Handwäsche angegeben)

Bei Verwendung von anderer Wolle bitte selbst Filzfähigkeit testen.

Anschlag 30-1-30 Maschen, eine Rückreihe re stricken. Ab der nächsten Reihe immer in der Hinreihe die mittleren 3 Maschen zusammenstricken. Dafür 1 Masche abheben, 2 M re zusammenstricken und die abgehobene Masche überziehen. Solange abnehmen, bis nur noch 1 M + die Randmaschen auf der Nadel sind, dann diese 3 M. auf der Rückseite zusammenstricken.  - der erste Patch ist nun fertig.

Gestrickt werden sowohl vorne als auch hinten immer nur rechte Maschen. Abgenommen wird nur vorne, hinten werden die Maschen re abgestrickt.

Vermutlich entspricht es nicht dem Schultz-Patchen, aber ich habe nach jedem Patch den Faden abgeschnitten und den Anfangs- als auch den Endfaden vernäht.

Für den 2. Patch werden nun an einer Kante des ersten Patches 30 M aufgenommen + 1 M. aus der Ecke des 1. Patches und daran anschließend werden 30 M. neu angeschlagen. Über diese 61 M den nächsten Patch stricken. Wieder zuerst eine Rückreihe stricken, dann in der nächsten Reihe anfangen, immer die mittleren 3 M. in der Hinreihe zusammenzustricken. Bei der Rückreihe alle M. rechts stricken.

Den 3. Patch genauso arbeiten wie den 2. Patch.

Für den 4. Patch werden aus dem 3. und dem 1. Patch Randmaschen aufgenommen.

Es ergibt sich ein Quadrat wie im obigen Foto ersichtlich.

Wenn Sie gedanklich die Ecken des Mittelkreuzes dieses Quadrates verbinden, dann sehen Sie den Boden der späteren Tasche.

Bei mir hatte jeder Patch eine Kantenlänge von 26 cm. Es ist aber auch egal, wenn Sie ein wenig mehr oder weniger Kantenlänge haben. Bei großen Abweichungen muss nur der Henkel verlängert oder verkürzt werden. Ansonsten wird die Tasche nur größer oder kleiner, die Proportionen ergeben sich aus dem "Schnitt".

So, der Boden ist fertig und wie gehts jetzt weiter?

Eigentlich ganz einfach. Es kommen immer neue gleiche Quadrate dazu wie die ersten vier.

Für die erste Runde nach dem Boden werden jetzt aus zwei nebeneinanderliegenden Patches je 30 M aufgenommen und die obligatorische Mittelmasche noch dazu.

Und dann gehts wieder weiter wie gehabt: 1 R stricken, in Hinreihen die mittl. 3 M zus.str., Rückreihe rechts.

Hier sieht man den Patch vom Boden und wie die Folgepatches angestrickt werden.

Auf diesem Foto ist schon die 2. Seitenwandrunde fertig.

Es folgt noch eine 3. Runde an Patches und das wird dann auch die letzte sein (=16 Patches)

In dieser 3. Runde wird aber nur solange abgenommen, bis noch 15 M. auf der Nadel sind. Dann immer hin- und herstricken. Ich habe 70 Reihen angehängt, das hat 30 cm Länge und 10 cm Breite für den Henkel ergeben.

Sieht kurz aus, aber das ist ja auch nur ein halber Henkel. Wir haben ja in der Schlussrunde 4 Patches. Je 2 der Henkelstücke nähen wir später zu einem Henkel zusammen und bekommen dann 2 Henkel für die Tasche.

Hier noch ein Foto, wie man die Patches der seitlichen Runden einstrickt.

Nachdem alle Patches gestrickt sind, hat die noch ungefilzte Tasche eine stattliche Größe:

Sie misst 70 cm vom Boden bis zur Mitte des letzten Patches, also am Beginn der Henkel und 140 cm einmal quer außenherum gemessen.

Ich hoffe, es ist auf diesem Foto nochmal einigermaßen gut zu erkennen, wie die Tasche konstruiert ist.

Der Boden besteht aus 4 Patches, die zum Quadrat zusammengefügt werden.

Dann werden jeweils zwei nebeneinanderliegende Patches durch ein Patch zusammengehalten. Ab der dritten Runde ist es dann klar, da kann man fast keinen Fehler mehr machen.

Für die Henkel jeweils zwei nebeneinanderliegende Henkelenden zusammennähen. Dafür unbedingt die Originalwolle verwenden, damit die Naht gleich filzt wie die Tasche.

Alle Fäden vernähen und dann darf unsere neue Tasche in die Waschmaschine.

Nach dem Filzen ist die Tasche nun merklich handlicher.

Dafür habe ich sie zuerst bei 60° C gewaschen und gleich anschließend ein zweites Mal bei 100°C, weil der erste Waschgang nicht so richtig dicht war.

So sieht das Maschenbild nach dem Filzen aus.
Für das Innenfutter habe ich im Möbelgeschäft einen Bettüberwurf gekauft. Das war preiswerter als Stoff von der Rolle.

Stoff laut Tasche zuschneiden, zwei Reißverschlusstaschen und eine Handytasche einnähen und dann kommt die Fizzelarbeit:

das Futter ist komplett von Hand eingesäumt.

Ich habe es zuerst mit der Nähmaschine versucht, aber das sah von außen furchtbar aus. Und da ich mir meine Tasche nicht verschandeln wollte, habe ich halt zu Nähnadel und Faden gegriffen und rundherum gesäumt.

und jetzt darf sie mit zum Einkaufen.